Veranstaltungen
"Notfallseelsorge/ -psychologie"

Hier finden Sie einen Überblick über kommende Termine und Veranstaltungen. Ebenso können Sie sich hier für diese Veranstaltungen anmelden.

Einladung


Die seelsorgliche Begleitung von Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich in Notfallsituationen tätig sind, ist schon seit längerem ein Anliegen der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH. Schon in den ersten Jahren der Hospizbewegung aus den frühen 90ern arbeiteten wir in diesem wichtigen Arbeitsfeld von Sterben, Tod und Trauer mit der Landesstelle NRW der Polizei zur psycho-sozialen Unterstützung (PSU) auf Schloss Schellenberg zusammen. Dann geht es bei allen unseren Angeboten, die wir im Bereich der Trauer und der Trauerbegleitung vorhalten, immer auch um die genaue Abgrenzung von dem, was Trauer und was Trauma ist, auch um die Abgrenzung von dem, was die „akute Belastungsreaktion (ABR)“ und was die „posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)“ ist. Letztlich geht es immer um eine gute und möglichst exakte differenzielle Wahrnehmung von den „Anpassungsstörungen“ nach dem Erleben von Notfallsituationen, die einerseits in der Nach- und auch Vorsorge gut mit den Mitteln der seelsorglichen Begleitung erreichbar sind und die, die andererseits einen trauma-therapeutischen Bedarf anzeigen, wie sie die Seelsorge nie zu leisten versuchen sollte. Hier hat sie aber für die gelingende Überleitung in ein trauma-therapeutisches Setting mit zu sorgen.

Im Setting der notfallseelsorglichen Begleitung von Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich in ein Erleben mit erhöhtem Trauma-Potential kommen können, haben wir nach den vielen Jahren Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung von Notfallkräften ein dreistufiges Programm der „kognitiven Resilienzentwicklung“ erarbeitet. Es dient nicht nur der Notfallnachsorge, sondern auch der Notfallvorsorge einerseits und der notfallseelsorglichen Begleitung bei „komplexem längerfristigen Belastungserleben“.

Ob Sie aus der Feuerwehr, der Polizei, den Rettungsdiensten, dem THW oder aus der Hospiz- und Palliativversorgung kommen – woher auch immer: Zu nachfolgenden 3 Kursangeboten laden wir Sie herzlich ein:

Programm „Kognitive Resilienzentwicklung“
Bildungsweg 01 (Information/ Anmeldung hier)


Programm „Kognitive Resilienzentwicklung“
Bildungsweg 02 (Information/ Anmeldung hier)


Programm „Kognitive Resilienzentwicklung“
Bildungsweg 03 (Information/ Anmeldung hier)


Programm „Kognitive Resilienzentwicklung“
Bildungsweg 04 (Information/ Anmeldung hier)


Notfallseelsorgliche Kompetenz- und Resilienzentwicklung in Hospizen (Bildungsweg 04: Ehrenamtliche Sterbebegleitung)


27.01.2026 - 28.01.2026
Zielgruppe: Haupt- und Ehrenamtliche in der Hospiz- und Palliativarbeit

Menschen auf ihren letzten Lebenswegen zu begleiten, bedeutet natürlich nicht, dass es da etwas Traumatisches zu bewältigen gilt, bloß weil es um das Sterben und den Tod geht. Dennoch benötigen Menschen, die in der Sterbebegleitung tätig sind, in zweierlei Hinsicht auch die notfallseelsorglichen Grundlegungen:

Zum einen begleiten sie Menschen in einem intensiven Moment des Lebens, in dem deren Biographie auf den Punkt kommen kann – Sterbebegleitung ist auch immer Biographiearbeit. Ist nun das Sterben selbst kein Trauma, so bringen nicht wenige Menschen ein früheres Trauma aber in die Sterbebegleitung mit, das sie im Laufe ihres Lebens erlitten haben und das immer noch irgendwie am Werke sein kann. Deshalb kann nun auch in diesen Hospiz-Begleitungen die Sterbebegleitung komplex werden. Ohne eigene Kompetenzen, hier das eine von dem anderen trennen zu können, und vor allem zu wissen, wie wir denn da mit den traumatischen Anteilen umzugehen haben, wird diese Komplexität in der Sterbebegleitung nur schwer zu begleiten sein. Die Hospiz- Begleitung wird hier auf die Grundlegungen der notfallseelsorglichen Kompetenzen in der Traumabewältigung Zugriff nehmen müssen.

Zum anderen sind aber auch die BegleiterInnen Menschen mit Biographien, in denen es verschiedenfach Erleben mit traumatischen Potentialen gegeben haben kann. Ihre eigene Resilienzfähigkeit im begleitenden Umgang mit Sterben und Tod hängt nicht wenig davon ab, wie weit ihnen selbst in der Selbstreflexion diese Zusammenhänge klar sind und wie (weit) sie sie im eigenen Leben bewältigt haben.

Der hier zweitägig angebotene Bildungsweg wird Menschen, die ehren- oder hauptamtlich in der Hospiz-Begleitung tätig sind, die notfallseelsorglichen Grundlegungen, die in Sterbebegleitungen mit traumarelevanten Implikationen benötigt werden vermitteln. Dabei wird dieses sowohl im Blick auf die Kompetenzen der Begleitung des sterbenden Menschen als auch im Blick auf die eigene kognitive Resilienzentwicklung in der Selbstkompetenz geschehen.

Kursleitung: Dr. Paul Timmermanns (Seelsorger)
Struktur: 2-tägig von 9,00 h bis 17,00 h in Kleingruppe

Kurs­ter­mi­n: 27./ 28. Januar 2026
(ohne Übernachtung; Ter­min­än­de­run­gen sind mög­lich)

Kognitive Resilienzentwicklung in der Notfallvorsoge (Bildungsweg 01: Vor dem Ersteinsatz)


03.03.2026 - 04.03.2026
Zielgruppe: Menschen in Notfallsituationen vor ihrem Ersteinsatz

Menschen, die in Notfalleinsätzen häufiger und ggf. regelmäßig tätig sind, erleben Belastungsereignisse, die sich sowohl auf ihr psycho-soziales und auch auf ihr biophysisches Leben auswirken. Sie können über die Stabilität ihrer Persönlichkeitsressourcen solche Belastungen in ihrem Leben bewältigen, wobei diese Bewältigungsprozesse von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und individuell sein können. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines (beruflichen) Lebens sein ganz eigenes Konzept der individuellen Lebensbewältigung und -gestaltung (Resilienz) und die Ressourcen, die ihm dazu zur Verfügung stehen können, werden geschöpft aus dem individuellen Persönlichkeitsstatus. Bei überbelastenden Notfalleinsätzen und/ oder traumatischem Erleben sind die sozio-emotiven Einwirkungen auf die Persönlichkeit im Moment der Disposition kognitiv wenn überhaupt nur schwer erreichbar. Hier braucht es die Nachsorge. Das individuelle Resilienzkonzept eines jeden Menschen jedoch fällt nicht vom Himmel, sondern ist Ergebnis der Persönlichkeitsentwicklung in ihrem Haltungsstatus und da sind viele Entwicklungsprozesse und Ressourcen auch schon im Vorfeld von Belastungserleben kognitiv sehr wohl erreichbar und auch positiv beeinflussbar - „positiv“ meint da eine Stärkung des Resilienzvermögens. Hier gibt es positive Möglichkeiten der Einsatzvorsorge.

Diese Bildungsmaßnahme soll solcher Einsatzvorsorge für Menschen, die in Notfallsituationen tätig werden, schon vor ihrem Ersteinsatz dienen. Sie dient der kognitiven Vorbereitung auf das Belastungserleben, vermittelt die Bildungsfaktoren und Gestaltungsressourcen der individuell möglichen Bewältigungsprozesse, incl. der unmöglichen, und hilft bei der persönlichen Suche der Teilnehmenden nach Haltungs- und Gestaltungsorientierungen, die schon kognitiv im Belastungserleben das Resilienzvermögen stärken können.

Kursleitung: Dr. Paul Timmermanns (Seelsorger)
Struktur: 2-tägig von 9,00 h bis 17,00 h in Kleingruppe

Kurs­ter­mi­n: 3. / 4. März 2026
(ohne Übernachtung; Ter­min­än­de­run­gen sind mög­lich)

Kognitive Resilienzentwicklung in der Notfallseelsorge (Bildungsweg 02: Einsatznachsorge)


24.03.2026 - 25.03.2026
Zielgruppe: Menschen in Notfallsituationen nach ihrem Zweit- oder Dritteinsatz

Nach Notfalleinsätzen, in denen Menschen einem Belastungserleben ausgesetzt waren und in diesem haltungs- und gestaltungsorientiert agieren mussten, suchen sie meist im Nachhinein nach Bewältigung des mit und in ihnen Geschehenen. Das ist normal und heilsam, denn jeder Mensch sucht gerade in den erlebten Turbulenzen seines Fühlens, Denkens und Handelns nach der Wiedererlangung des bio-psychischen Gleichgewichts seiner Persönlichkeit. Es führt nun nicht alles akute Belastungserleben zu einer dauerhafteren posttraumatischen Störung (PTSD), d.h. die meisten Menschen in Notfalleinsätzen haben je nach Intensität der Belastungsereignisse ein positives Potential auf die weitere Zukunft ihrer persönlichen Lebensgestaltung und -bewältigung hin dieses innere Geleichgewicht wiederzufinden und sich wieder in ihm einzufinden. Hierzu dienen die strukturierten Gesprächsangebote der notfallseelsorglichen Einsatznachsorge.

Menschen, die in ersten Notfallsituationen tätig waren und die nach bereits erfolgten Bewältigungszyklen früherer Belastungsereignisse personal (wieder) frei sind, über diese Bewältigungsgeschehen zu sprechen, können eine Stärkung ihres Resilienzpotentials durch weitere kognitive Reflexionsbearbeitungen erfahren.

Diese Bildungsmaßnahme soll diese Menschen nach früheren Bewältigungen von Belastungsereignissen eine vertiefende Bewusstmachung ihrer eigenen personalen Bewältigungsressourcen verschaffen. Zielpunkt der eingesetzten Reflexionsgespräche ist a. besser zu verstehen, was einen bei solchen Belastungen „stark macht“, und
b. ein eigenes, kognitiv gefestigtes Haltungspotential zu profilieren, das die persönliche Resilienz auf Zukunft hin stärkt.

Kursleitung: Dr. Paul Timmermanns (Seelsorger)
Struktur: 2-tägig von 9,00 h bis 17,00 h in Kleingruppe

Kurs­ter­mi­n: 24./ 25. März 2026
(ohne Übernachtung; Ter­min­än­de­run­gen sind mög­lich)

Kognitive Resilienzentwicklung in der Notfallseelsorge (Bildungsweg 03: Bei fortdauernder Belastungssymptomatik)


31.05.2026
Zielgruppe: Menschen nach häufigeren Notfalleinsätzen

Menschen, die regelmäßiger in Notfalleinsätzen Belastungsereignissen ausgesetzt waren, erleben oft in der Notfallnachsorge ein akutes Belastungserleben. Dieses kann nach einer individuell meist unterschiedlich lange andauernden Zeit, in der ein strukturiertes Besprechen des Erlebens möglich ist, im Belastungspotential immer weiter abklingen, weil das durch das überbelastende Erleben im Einsatz gestresste innere Gleichgewicht sich in der persönlichen Lebensgestaltung und –bewältigung wieder in ein affektives Gleichgewicht zu bringen sucht. Nur wenige Menschen erleben, dass ihr akutes Belastungserleben nicht abklingt, sondern in eine dauerhaftere posttraumatische Störung (PTSD) „übergeht“. Es ist aber erstaunlich, wie viele Menschen nach z.T. schon länger zurückliegenden Belastungsereignissen in Notfalleinsätzen immer noch in den Bewältigungen ihres akuten Belastungserlebens „unterwegs“ zu sein scheinen, ohne dass sie eine Symptomatik für eine PTSD bei sich feststellen oder bemerkbar machen. Es scheint hier ein auch längerfristig akutes Belastungserleben in Einzelfallsituationen geben zu können, das im Notfallseelsorgesetting kognitiv-reflexiv betrachtet werden kann. Nennen wir es das „komplexe längerfristige Belastungserleben“ ähnlich der „komplexen Trauer“. Wir grenzen es ab von dem, was die Traumatherapie „Anpassungsstörung“ nennt.

Grundsätzlich sind wir der Auffassung, dass Menschen mit einer PTSD in einem notfallseelsorglichen Begleitsetting, das bei Bewältigungen in Zeiten der akuten Belastung nach Notfalleinsätzen gut helfen kann, nicht adäquat aufgehoben sind. Sie benötigen vielmehr das Setting einer trauma-therapeutischen Behandlung, die die Notfallseelsorge ohne therapeutische Ausbildung nicht leisten kann. Für Menschen mit längerfristig komplexem Belastungserleben nach Notfalleinsätzen außerhalb der posttraumatischen Störung kann ein gruppen-seelsorgliches Begleitangebot über mehrere Tage im Sabbat-Verfahren zur Stärkung ihrer persönlichen Lebensgestaltung und -bewältigung dienlich sein.

Diese Maßnahme ist weniger ein Bildungs- und mehr ein seelsorgliches Begleitangebot in Gemeinschaft. Es richtet sich an Einsatzkräfte, die für mindestens 5 Tage eine Sabbat-Auszeit zur Bewusstmachung ihrer längerfristig laufenden Hintergrundbelastungen o.ä. mit seelsorglicher Begleitung wahrnehmen. Für diese strukturierte Begleitzeit sind 2 oder 3 Einsatzkräfte gemeinschaftlich mit eigenem Zimmer auf Gut Ahlhausen untergebracht. Sorgfältig strukturiert stehen für Sie an den Tagen der Sabbat-Auszeit Gesprächsangebote im Gruppen- und/ oder Einzelsetting, sowie auch im Sinne ihrer Bewältigungsressourcen affektive Erlebnisraumangebote bereit.

Kursleitung: Dr. Paul Timmermanns (Seelsorger)
Struktur: 5-tägig von 9,00 h bis 17,00 h in Kleingruppe

Kurs­ter­mi­n: Frühjahr 2026 in Absprache nach Anmeldung
(mit Übernachtung und Verpflegung; Ter­min­än­de­run­gen sind mög­lich)