Rundbrief 30 - 7.12.2016
Informationen aus der Arbeit der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH

- Neues Förderprogramm der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH

- Das Bundes-Projekt „Hospiz macht Schule“ in den Beratungen der 89. Gesundheitsministerkonferenz der Länder

- Neuentwicklung einer integrativen Gesamtkonzeption für die Trauerbegleitausbildung 2017/ 18

- Hospizarbeit in weiterführenden Schulen; das Bundes-Projekt „Hospiz macht Schule weiter...“

- Neuer Ausbildungsgang für die haltungsorientierte Palliative Care

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,
 

1. Neues Förderprogramm der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH

Die Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH arbeitet beständig an Fragestellungen, in denen die weitere kulturelle Entwicklung und der gesellschaftliche Aufbau der Hospizbewegung in Deutschland Ziel und Zweck ist. Als eine gemeinnützige Einrichtung innerhalb der Hospizbewegung sieht sie sich dabei eingebunden in die Gemeinwohlentwicklung einer Gesellschaft als Ganzes. Angebote an Projekten, Bildungsvorhaben und Publikationen, die die Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH dabei voranbringen möchte, konzentrieren sich völlig auf die lebensbejahende Kultur einer Hospizbewegung in Deutschland, die in einem bürgergemeinschaftlichen Sinne für Menschen an der Grenze ihres Lebens da sein und dadurch mitten im Leben an einer gesellschaftlichen Zukunft für alle arbeiten will. Die Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse für sterbende Menschen kann für die Hospizbewegung nicht abgetrennt sein von einem gemeinnützig gemeinschaftlichen Engagement der Menschen, die dafür auch aktiv etwas tun und leisten wollen – einfach so, vielleicht nur weil es selber Freude macht, und ohne andere Ziele damit verfolgen zu wollen.

2011 haben wir diese ehrenamtliche Grundorientierung als das wesentliche Zukunftspotential für die Hospizbewegung zum Mittelpunkt des Förderkonzeptes der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH gemacht und für einen Entwicklungszeitraum von 5 Jahren alle unsere Aktivitäten in Projekten, Bildungsmaßnahmen und Publikationen an diesem „Förderprogramm: Die Zukunft von ‚Hospiz’ in einer bürgergemeinschaftlichen Gesellschaft“ ausgerichtet (siehe Info-Zentrum www.bundes-hospiz-akademie.de).

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Damit steht es nun im ersten Halbjahr 2017 an, für die nächsten 5 Jahre unser generelles Förderprogramm neu aufzustellen, dazu dann nach Erreichtem und Unerreichtem der letzten 5 Jahre zu fragen, die gesellschaftliche Entwicklung der Hospizbewegung in Deutschland kritisch zu reflektieren und in dem Ganzen dann gute und solide Schluss- und Zielpunkte für die kommende Zukunft der Hospizbewegung, an der wir weiter – für die nächsten 5 Jahre - arbeiten und für die wir weiter eintreten wollen, zu identifizieren.

Wir laden Sie hier deshalb alle ein, dabei mitzuwirken und uns Ihre kritischen Reflexionen zur Entwicklung der Hospizbewegung, Ihre Zukunftsideen für ein weiteres gesellschaftliches Engagement in der Hospizbewegung unter folgende Mailadresse (oder gerne auch postalisch) mitzuteilen: info@bundes-hospiz-akademie.de

2. Das Bundes-Projekt „Hospiz macht Schule“ in den Beratungen der 89. Gesundheitsministerkonferenz der Länder Ende Juni 2016

Das Bundesprojekt „Hospiz macht Schule“ ist durch die Arbeit unserer bundesweit einheitlich arbeitenden Koordination seit 2007/ 2008 beständig weiter gewachsen. In allen Bundesländern arbeiten die Ehrenamt-Teams in ihrem Projekt „Hospiz macht Schule“ nach dem einheitlichen Ausbildungsstandard der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH. Für viele Hospizeinrichtungen ist diese Projektarbeit sehr bedeutsam geworden und es werden uns ganz eindeutig sehr positive Auswirkungen, die die Arbeit mit „Hospiz macht Schule“ für den Entwicklungsstand und die öffentliche Wahrnehmung der so in Schulen tätigen Hospizeinrichtungen bedeuten, zurückgemeldet. Und dabei ist es weniger die Rückmeldung, dass durch die Arbeit mit „Hospiz macht Schule“ das Spendenaufkommen deutlich steigen kann, die an erster Stelle da zu bemerken ist; viel wichtiger scheint es uns zu sein, dass die Hospizeinrichtungen, -vereine und -träger durch eine gemeinsame Hospiz-macht-Schule-Entwicklung in ihrer Region wieder mehr Gemeinschaftlichkeit im Miteinander der gesellschaftlichen Bewegung, die Hospizbewegung im Kern ist, erleben und gestalten können. Sie werden so wieder ganz anders öffentlich wahrnehmbar und regelmäßig hören wir den Ausspruch: Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit als mit „Hospiz macht Schule“, können wir gar nicht machen – gerade weil das Projekt eine präventive Hospizarbeit für uns mit den Kindern und Eltern in der Schule eröffnet.

Diese Auswirkungen von „Hospiz macht Schule“ gewinnen für das öffentliche Leben immer mehr Bedeutung und Beachtung. So veröffentlichte Anfang Juli 2016 die 89. Gesundheitsministerkonferenz aller Bundesländer in Deutschland einen Beschluss, der die weitere Entwicklung der Hospizarbeit in Schulen an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH einerseits bestärkt, andererseits aber auch neue Aufgabenstellungen für ihre Arbeit im Projekt „Hospiz macht Schule“ bedeuten wird. Mit ihrem Beschluss empfehlen die Gesundheitsminister Ihren Ministerkolleginnen und –kollegen aus den Landesministerien für Schule und Bildung die Erfahrungen und Erkenntnisse aus „Hospiz macht Schule“ bei der Vermittlung eines sensiblen Umgangs mit Sterben, Tod und Trauer zu bedenken und zu nutzen (siehe den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz im Info-Zentrum www.bundes-hospiz-akademie.de).

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3. Neuentwicklung einer integrativen Gesamtkonzeption für die Trauerbegleitausbildung an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH 2017/ 18

Die Begleitung von Trauernden in den vielfältig möglichen Settings und Anforderungen, wie sie das Leben mit sich bringen kann, will und kann fundiert gelernt sein. Hierzu ein qualifiziert differenziertes Ausbildungsangebot zu machen, das alle aktuell wirkungsvollen Schulen und Ansätze der Trauerbegleitung in Deutschland umfasst und auch vermittelt, ist das Anliegen des integrativen Ausbildungsangebotes an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH.

Hospiz- und Palliativdienste und –vereine sind in unterschiedlichen Konstellationen mit dem Trauererleben von Menschen konfrontiert. Sie auch in ihrer Trauer zu begleiten, gehört zum Tätigkeitsprofil von Hospiz- und Palliativarbeit und steht als Auftrag auch in vielen Satzungen der Hospizeinrichtungen. In Ihnen erfahren Tauernde Begleitung und Unterstützung; dieses geschieht in einem Kontext von Gemeinnützigkeit, vielfach auch im Kontext von Nachbarschaft und Weggemeinschaft, und stellt sich insofern nicht als eine abrechenbare Leistung dar.

Auf der Grundlage der Erfahrungen und Konsequenzen der bisherigen Ausbildungstätigkeit haben wir für die Jahre 2017/ 2018 eine große Basisqualifizierung Trauerbegleitung für die in der Hospiz- und Palliativbewegung Aktiven so zusammengestellt, dass alle gängigen Standards in der Trauerbegleitung in ihr auch wirklich zusammenwirken können. Dabei soll es in dem modularen Gesamtsystem dieser Trauerbegleitausbildung möglich sein, für jede Angebotsdichte, in der eine Hospiz- oder Palliativeinrichtung strukturelle Angebote für Trauernde zukünftig machen will, einen ausreichend qualifizierten Ausbildungsstand erreichen zu können und zwar ggf. spezifisch nach Angeboten in der Erwachsenentrauer oder/ und in der Kinder- und Jugendtrauer. Die Ausbildung zielt auf individuell konzeptionierbare Nutzungsangebote der Hospiz- und Palliativeinrichtungen, d.h. jede/r Lernende kann entsprechend den Erfordernissen seines späteren Tätigkeitsprofils in der Trauerbegleitung selber auswählen, bis zu welchem Abschluss er bis wann die einzelnen Ausbildungsteile kombinierbar abschließen möchte.

Nachdem wir in den letzten Jahren ein gemeinsam mit dem Bundesverband Trauerbegleitung e.V. konstituiertes Ausbildungsangebot nach dem Standards, die wir seit 2001/ 2002 aus der Hospizbewegung heraus zusammengetragen haben und die dann später erst zur Gründung des TID e.V: und danach zur Gründung des BVT e.V. geführt haben, zum Einsatz brachten, haben wir uns für unser diesjähriges Ausbildungsangebot entschlossen, ein umfassend und integrativ arbeitendes Ausbildungs-Team neu zu konstituieren. In ihm sind in einem tatsächlich gemeinsam praktizierten und durchgeführten Ausbildungskonzept, wie es hier beschrieben ist, Referentinnen und Referenten engagiert, die schon lange Jahre in der Trauerbegleitung auf allen Niveaus ausbilden und die vor allem auch tatsächlich alle gängigen Grundansätze, sowohl die biographisch-deutenden als auch therapeutische, vermitteln und lehren können. Die Auswertung unserer bisherigen Ausbildungserfahrungen haben gezeigt, dass bis heute zu das Fehlen einer einheitlichen und auch einheitlich evaluierten Ausbildungskonzeption, die von einem ReferentInnenpool tatsächlich gleichermaßen gemeinschaftlich vermittelt wird, in Deutschland erst noch zu konstituieren ist. Diese integrativ entwickeln zu helfen, ist das Anliegen des neuen Angebotes zur Basisqualifikation Trauerbegleitung an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH.

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4. Hospizarbeit in weiterführenden Schulen; das Bundes-Projekt „Hospiz macht Schule weiter...“

Die Hospiz-macht-Schule-Projekte leisten bundesweit eine wichtige Arbeit der Hospizvereine in einem zentralen Bereich der kulturellen Bildung unserer Gesellschaft. „Hospiz macht Schule“ für die Grundschulen verfolgt dabei jedoch einen völlig anderen Ansatz als das Projekt „Hospiz macht Schule weiter...“ für die weiterführenden Schulen. Arbeiten die Hospizvereine in den Grundschulen in der Unterrichtsform einer 5-tägigen Projektwoche, so geht es im Projekt „Hospiz macht Schule weiter...“ darum, dass – begleitet und geleitet durch ein kleines Haupt-/ Ehrenamts-Team des Hospizvereins in den weiterführenden Schulen der Region eine Kulturentwicklung stattfindet, die zur Etablierung eines Selbsthilfeteams der Schule für alle zukünftigen Ereignisse von Tod, Sterben und Trauer führt. Hierbei ist die Weiterbildung der Lehrenden ein wesentlicher Arbeitsschritt.

Hinter dem Konzept steht der Grundgedanke, dass es in den weiterführenden Schulen kein „Einfliegen“ von sog. „Spezialisten“ bei solchem Erleben, das in jeder Schule faktisch vorkommt, braucht. Weil hier genügend Menschen in Gemeinschaft sind, können sie lernen, sich gegenseitig zu stützen und selber zu helfen. Es braucht zuerst einmal eine eigene Schul-Kultur, die in dem Projekt mit Hilfe der Hospiz-Kultur in einem gemeinsamen Prozess in der Schule entwickelt werden kann. Hierzu bieten wir an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH für 2017 den 8. Ausbildungsgang in 2 Blöcken an.

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5. Neuer Ausbildungsgang für die haltungsorientierte Palliative Care

Nicht jede Palliative-Care-Ausbildung ist handlungs- und vor allem bildungstheroretisch orientiert. Die für eine tatsächlich wirksame Palliative Care wesentliche (Für)-Sorgehaltung gegenüber dem menschlichen Leben, wie sie für alle Tätigkeiten in Einrichtungen der Hospiz-Kultur kennzeichnend ist, kann nicht nur rein theoretisch als bloß weiteres Wissensthema im Ausbildungsparcours abgebildet sein. Vielmehr fängt wirkliche Palliative as Hospice Care erst dann an, wenn auch effektiv an der Verbindung von Bildung und Haltung in eigener lebendiger Praxis gearbeitet wird. Die haltungsorientierte Palliative Care verfolgt und vertieft genau diesen Weg von Palliative-Praxis-Bildung als eigenen Palliative-Care-Ansatz, denn Haltung kann man nur mitten im Leben lernen...

Schon seit einigen Jahren bieten wir an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH eine Palliative-Care-Ausbildung im haltungsorientierten Ansatz an, die in Teilen auch als Palliative-Care-Plus-Angebot genutzt werden kann. Für das kommende Jahr haben wir jetzt die neue Planung abgestimmt und veröffentlicht.

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Informationen zu allen Projekt- und Ausbildungsansätzen sind auch über die Projekthotline 0151/ 55 79 81 57 erhältlich.

Wir wünschen allen eine frohe Weihnacht -
Glück und Segen für das kommende Jahr
Ihr

Dr. Paul Timmermanns
(Geschäftsführung)

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